Das ist eine meiner Lieblingsfragen. “Gehst radlfoan?”.
Mal ehrlich, da kommt man in unübersehbahrer Radfahr-Adjustierung daher – Raddress, Radhandschuhe, Radschuhe, Trinkrucksack, Helm und nicht zu vergessen: Rad – und wird gefragt: Gehst radlfoan? Nicht “Viel Spaß” oder “Wo geht’s hin” oder “Ich knie nieder angesichts der Tatsache, dass du gedenkst, rein durch Muskelkraft diesen gewaltigen Berg zu bezwingen”. Aber nein: “Gehst radlfoan”. Nein, des schaut nur so aus… Ich lauf immer Raddress herum, weil man davon so schöne Bräunungsränder bekommt, den Helm hab ich auf weil mir sonst die Sonne so auf die Birn brennt und die Handschuhe sind einfach modisch. Und das Rad hab ich nur zufällig mit.
Diese Frage varriert übrigens je nach Jahreszeit. Im Winter heisst es “Gehst skifoan”, wahlweise auch bei der Rückkehr “Woas’d skifoan”. Man könnte ja fragen “Wie war’s”, “Ist viel los”, “Wie sind die Pisten”. Aber nööööö, “Woas’d skifoan”? Wonach sieht’s denn aus? Ich trag im Winter immer Skischuhe, weil es sich damit so bequem geht und die Ski hab ich zufällig im Keller gefunden und bring sie jetzt zur Piste um sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum auszuwildern.
Ich stell mir grad vor wie es wohl wäre, wenn die fragende Person am Kartenschalter einer Seilbahn arbeiten würde: “Ein Tagesticket bitte?” – “Warum, gengans leicht Skifoan?”.
Genau genommen gibt es noch viele Varienten dieser Fragen (und vermutlich hab ich schon alle mal gehört). Der Griller raucht, man verkostet gerade das erste Bier – und zack – “Tuats grillen?”. NEIIIN, tun wir nicht, oder schauts so aus? Wie kommst du denn angesichts einer Kiste Bier, Fleisch, Saucen und einem heissen Griller auf die Idee, dass wir grillen könnten?
Auch sehr beliebt ist im Supermarkt “Tuast einkaufen?” WTF? “Nein, tu ich nicht. Und was machst du hier?”.
Dann wünsch ich noch einen schönen Tag. Eine Frage noch: Sitzt grad vorm Computer?